Eichhase

Polyporus umbellatus

Polyporus – Eichhase (Polyporus umbellatus) - Lernen - Hifas da Terra

Wissenswertes über den Eichhase

Ein besonders interessanter Vitalpilz ist der Eichhase (Polyporus umbellatus). Es handelt sich sowohl um einen Vitalpilz als auch einen Speisepilz, der jedoch mit einigen Besonderheiten aufwartet. Bekannt ist er auch als Schweinepilz (Zhu Ling), ästiger Büschelporling, und aufgrund seiner Ähnlichkeit zum Maitake, als Chorei Maitake oder Grifola umbellatus.

Beschreibung

Der Eichhase ist ein sogenannter Weißfäulepilz, der es gerne warm hat und der als Holzzersetzer mit zunehmendem Alter immer härter und holziger wird. Wer das Glück hat, einen blätterartigen Fruchtkörper im Wald zu finden, darf sich auf bis zu 20 kg reiner Eichhase freuen, häufig auf einer Fläche von 10 bis 50 cm verteilt.

Sein Sklerotium, also der unterirdische Teil des Pilzes, aus dem der Pilzkörper wächst, ähnelt Trüffelknollen und ist nicht sehr schmackhaft – enthält jedoch ein Vielfaches mehr an bestimmten Inhaltsstoffen als der Fruchtkörper. 

Das Sklerotium bildet der Pilz modernen Untersuchungen zufolge nur in Symbiose mit dem Hallimasch, meist dem honiggelben Hallimasch, aus. 

Ursprung aus Europa Grifola frondosa - stammselektion: sorgfalt und qualität
Wildfund eines Eichhasen (Polyporus umbellatus)

Vorkommen und Kultivierung

Er kommt weltweit in Mischwäldern vor, ist jedoch hierzulande eher seltener zu finden. In Zentralamerika oder Ostasien ist der Polyporus umbellatus zwar häufiger anzutreffen, dennoch sind Wildfunde heiß begehrt.

Der Eichhase wächst bevorzug an Laubbäumen, besonders an der Eiche (daher der Name Eich-Hase) und an der Buche.

Seit dem 21. Jahrhundert gibt es Ansätze zur Zucht vom Eichhasen unter kontrollierten Bedingungen. Hierbei wird nach der Identifikation eines Pilz-Stammes, eine Anzucht in der Petrischale durchgeführt.   

Der Polyporus kann im 21. Jahrhundert neben der Wildsammlung auch unter kontrollierten Bedingungen angebaut werden. Ein Nachteil und der Grund, warum er immer noch wild gesammelt wird ist, dass das Sklerotium in freier Wildbahn größer und reichhaltiger an Inhaltsstoffen ist. Hoch dosierte Extrakte aus dem Eichhasen werden daher meist aus dem Sklerotium gewonnen. Wichtig bei der Wildsammlung ist, dass der Pilz aus abgelegenen Gegenden stammt, die nicht von der Belastung mit Umweltgiften betroffen sind.

Der Vorteil am kontrollierten Anbau ist, dass er unter kontrollierten Bedingungen weniger Schadstoffe und Radioaktivität aus dem Boden anreichern kann. Dazu wird die sogenannte Pilzbrut durch die Zusammenführung aus Pilz-Sporen mit einem Substrat-Sack kombiniert, in diesem Fall zumeist glutenfreies Getreide. 

Nachdem das Substrat vollständig vom sogenannten Myzel durchzogen wird, schneidet man kleine Öffnungen in den Substrat-Sack, durch die – wenn alles richtig gemacht wurde – binnen kurzer Zeit die Pilzkörper wachsen.

Kultivierung in Bioreaktoren

Exzellenz in Produktionssystemen

Eine der Forschungslinien von Hifas da Terra konzentriert sich auf die kontinuierliche Verbesserung der Kultivierung verschiedener Pilzarten in Bioreaktoren. Durch die Verwendung zertifizierter ökologischer Substrate und die Standardisierung der Qualität der Rohstoffe und Zutaten garantieren wir die ausgezeichnete Qualität des Endprodukts, das wir aus unseren Pilzen herstellen.

Unsere Produkte

Konzentrierte Wirkstoffe höchster Qualität

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Inhaltsstoffe

Geschichte

Der Eichhase wurde bereits vor 2000 Jahren das erste Mal schriftlich erwähnt, und zwar in einer Art Standardwerk des frühen Ackerbaus und der Heilpflanzen in China, dem sogenannten Shennon Ben Cao Jing.

Die in China wird traditionell vor allem ein Pilzsud aus dem unterirdischen Teil des Polyporus umbellatus bereitet, dem Sklerotium. Die Fruchtkörper sind zwar auch beliebt, jedoch weniger reichhaltig.

Verwendung

Wie eingangs erwähnt, ist das Sklerotium nicht sonderlich wohlschmeckend. Dennoch wird es eingekocht als Pilzsud aufgrund seiner Inhaltsstoffe als Getränk genossen. 

Anders verhält es sich mit dem aus der Symbiose mit dem honiggelben Hallimasch entstehenden Fruchtkörpern: Diese wohlschmeckenden Funde sollten jedoch sehr schnell zubereitet werden, da diese nach dem Sammeln rasch verderben.

Fun Facts und Wissenswertes

Der eigenartige Spitzname „Schweinepilz“ lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Ähnlichkeit zu Trüffelknollen zurückführen, die sich bekanntermaßen bei Schweinen großer Beliebtheit erfreuen.

Um den seltenen Pilz in möglichst naturnaher Umgebung zu stärken, gibt es Ansätze zur Zucht in der Wurzelzone von Laubbäumen oder passenden Baumstümpfen (Mykorrhizierung).

Aufpassen sollte man bei der Identifikation allerdings, da der Eichhase leicht mit dem optisch ähnlichen Klapperschwamm (Grifola frondosa) verwechselt werden kann.

Quellen
  • Prof. Dr. Dr. Jan Lelley: No fungi no future: Wie Pilze die Welt retten können (Deutsch) Taschenbuch – Springer; Auflage: 1. Aufl. 2018 (20. März 2018)