Dual-Extraktion – Ist das nötig bei Pilzextrakten?

Vitalpilz-Extrakte sind vielversprechend und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Viele von ihnen werden als Dual-Extrakte angeboten, oder aber als reine Heißwasserextrakte. Doch was ist besser? Außerdem: Ist ein Dualextrakt überhaupt nötig bei Pilzen? Erfahren Sie hier mehr über dieses spannende Thema.

Was ist eine Extraktion?

Eine Extraktion beschreibt ein chemisches Verfahren, bei dem bestimmte Stoffe aus einem Festkörper gelöst werden.
Ein bekanntes Beispiel ist Kaffee: Festes Kaffeepulver wird nicht einfach verzehrt, sondern so aufbereitet, dass bestimmte Stoffe daraus gelöst werden, um ein anregendes und köstliches Getränk zuzubereiten, das Sie zum Frühstück genießen können. Es handelt sich hierbei um eine Extraktion. Oder genauer: um eine Heißwasserextraktion.
Auch bei Vitalpilzen ist Extraktion ein Verfahren, das häufig Anwendung findet. Dabei gehen die Meinungen in der Industrie sehr weit auseinander, was nun besser ist – Pulver oder Extrakt. Extrakte haben jedoch viele Befürworter.

Esteban Sinde Stompel, CSO Hifas da Terra

GESCHRIEBEN VON ESTEBAN SINDE STOMPEL, PhD. 04/05/2020 BEARBEITET VON KOMMUNIKATION HIFAS DA TERRA

Ein Blick in die Geschichte – Sind Extrakte wirklich nötig?

Vitalpilze werden seit Jahrtausenden in vielfältiger Weise von der Menschheit eingesetzt. Als Zunder (Zunderschwamm) wurden sie wahrscheinlich schon vor mehreren hunderttausend Jahren verwendet.

Was die Verwendung der Vitalpilze für die Vitalfunktionen des Körpers betrifft, reichen die Aufzeichnungen bis etwa 2000 v. Chr. zurück. Aus dieser Zeit stammen erste Dokumente bzw. Beweise für die Verwendung von Vitalpilzen.

In der chinesischen Medizin werden Vitalpilze, darunter besonders der Reishi, seit 2000 v. Chr. angewandt (s. Prof. Lelley, „No fungi no future“).

Da der Reishi ein sehr bitterer und nicht für den kulinarischen Verzehr geeigneter Vitalpilz ist, wird er, so wie viele andere Pilze auch, nicht einfach gegessen, sondern extrahiert.

Aus Reishi wird seit Jahrtausenden ein Sud bereitet, indem der Pilz in heißem Wasser aufgebrüht wird. Wie im Fall von Kaffee handelt es sich auch hierbei um eine Heißwasserextraktion. Aus den Überresten des Pilzkörpers wird im Anschluss eine Tinktur in Alkohol angesetzt, was einer Alkoholextraktion entspricht. Werden beide Extrakte (Wasser und Alkohol) miteinander kombiniert, um das Maximum an Vitalstoffen aus dem Pilz zu lösen, ist das Resultat ein Dualextrakt.

Außerdem werden Pilze niemals roh gegessen, sondern immer gekocht, gebraten oder vor der Zubereitung anderweitig erhitzt. Beim Erhitzen werden die Pilzzellen aufgebrochen (unter anderem das Chitin). Der Pilz wird dadurch bekömmlicher und die Vitalstoffe werden verfügbarer für unsere Verdauung.

Deswegen wurden Pilze immer gekocht (Hitzebehandlung) oder extrahiert (Sud und Tinktur).

Die Frage, ob Extrakte wirklich nötig sind, kann somit folgendermaßen beantwortet werden: 

Seit jeher wurden Pilze einer Extraktion unterzogen, um sie zuzubereiten oder um Vitalstoffe aus ihnen zu lösen. Die Pilze zu trocknen und das Pulver zu verzehren, ist aus historischer Sicht eher ungewöhnlich.

Aber die wertvollen Enzyme gehen doch dann verloren!“

Viele Anwender vertrauen aufgrund ihres Reichtums an Enzymen auf die Kraft der Vitalpilze. Werden die Pilze roh gegessen oder als rohes Pulver verzehrt, sind bestimmte Enzyme, darunter die antioxidativen Enzyme SOD, Katalase und GSH-Peroxidase, noch enthalten.

Nach aktuellem Wissensstand gibt es jedoch keinen Beweis dafür, dass diese Enzyme den Verdauungsapparat unbeschadet überstehen und bioverfügbar in den Körper aufgenommen werden können. 

Was man jedoch weiß, ist, dass bestimmte Stoffe in den Pilzen, darunter die ß-Glukane und die Triterpene, die Bildung körpereigener antioxidativer Enzyme unterstützen.

Außerdem wird davon ausgegangen, dass die Enzyme in getrocknetem Pilzpulver in geringfügigen Mengen enthalten sind. Selbst wenn sie bioverfügbar sind und die Aufnahme in den Körper erfolgt, sollte der Effekt nur gering ausfallen. Deutlich effektiver stellt sich hingegen die Stimulation körpereigener Enzyme durch Polysaccharid-Extrakte heraus, wie in wissenschaftlichen Studien erklärt wurde.

 

Wie läuft eine Extraktion ab?

Vitalpilz-Extrakte sind die Regel und nicht die Ausnahme. Im Optimalfall erfolgt eine möglichst schonende Dualextraktion. Bei Hifas da Terra gestaltet sich die Durchführung folgendermaßen:

  1. Die schonend getrockneten Pilzpulver werden zuerst einer Heißwasserextraktion unterzogen. Dabei werden die Pilzzellen durch Hitze und Druck aufgebrochen und die wasserlöslichen Inhaltsstoffe vom Wasser gelöst. Das Wasser mit dem Heißwasserextrakt wird anschließend einer Sprühtrocknung unterzogen. Das Wasser verdampft, und der Heißwasserextrakt wird gewonnen.
  2. Das restliche Pilzmaterial wird nun einer alkoholischen Extraktion unterzogen: Dabei wird 70 % Ethanol eingesetzt. Diese Extraktion nimmt mehrere Wochen in Anspruch und erfolgt ohne Erhitzen. Durch diesen Prozess werden die fettlöslichen Inhaltsstoffe aus dem Pilz gewonnen. Bei der „Ernte“ des alkoholischen Extrakts erfolgt ebenfalls eine Sprühtrocknung.
  3. Heißwasserextrakt und alkoholischer Extrakt werden anschließend gemischt, sodass man im Ergebnis ein Dualextrakt erhält.
  4. Die Überreste des Pilzkörpers enthalten unlösliche Stoffe, wie Makrobestandteile (z. B. Chitin), die für den Körper eine untergeordnete Rolle spielen – im Vergleich zu ß-Glukanen, Triterpenen und Co.

Das Verfahren wurde hier stark vereinfacht wiedergegeben. 

Tatsächlich gibt es bei Hifas da Terra für jeden Pilz ein eigenes Extraktionsverfahren, das auf die Gewinnung bestimmter Inhaltsstoffe ausgerichtet ist. 

Denn jeder Pilz enthält einzigartige Inhaltsstoffe, die wissenschaftlich gut untersucht sind und die durch den Extraktionsprozess anreichert werden sollen.

Daher ist auch jedes unserer Dual-Extrakte einzigartig und verschieden anwendbar.

Würde ein Heißwasserextrakt nicht genügen?

Bei der Extraktion von Vitalpilzen ist es Ziel, eine möglichst große Bandbreite effektiver Inhaltsstoffe zu gewinnen. 

Durch ein reines Heißwasserextrakt werden zwar viele dieser Inhaltsstoffe gelöst, aber es bleiben viele fettlösliche Inhaltsstoffe, die ein Heißwasserextrakt nicht enthält, aber mindestens genauso wertvoll für den Körper sind. 

Hierzu zählen insbesondere die Triterpene. Triterpene werden während der Heißwasserextraktion kaum bis gar nicht gelöst. Erst bei einer alkoholischen Extraktion besteht die Möglichkeit ihrer Gewinnung. 

Hinzu kommen die wertvollen Polyphenole und weitere nicht wasserlösliche Bestandteile.

Ein Heißwasserextrakt würde theoretisch genügen und enthielte mehr ß-Glukane als ein Dual-Extrakt, wäre jedoch aufgrund der geringen Menge Triterpene nicht so effektiv wie ein Dual-Extrakt. Da wir Vitalpilz-Extrakte in bestmöglicher Qualität anstreben, kommen für uns nur Dual-Extrakte infrage.

Heilpilze Inhaltsstoffe

Pulver oder Extrakt?

Pulver enthalten bestimmte Inhaltsstoffe nicht in ausreichender Konzentration, um im Körper eine entsprechende Wirkung zu erzielen. 

Außerdem ist die Bioverfügbarkeit bei Pulvern nicht optimal, da der menschliche Verdauungsapparat Pilzzellen nur unzureichend verdauen und aufbrechen kann. 

Aus diesem Grund halten wir (und die Wissenschaft) es nicht für zielführend, ausschließlich auf Pilzpulver zurückzugreifen.

Daher werden Extraktionen durchgeführt und von uns empfohlen: um bestimmte Inhaltsstoffe anzureichern und um die wertvollen Inhaltsstoffe bioverfügbar zu machen.

>> Schauen Sie gerne in unserem Webshop vorbei und informieren Sie sich über unsere hochwertigen Dual-Extrakte.

Quellen
  • Prof. Dr. Dr. Jan Lelley: No fungi no future: Wie Pilze die Welt retten können (Deutsch) Taschenbuch – Springer; Auflage: 1. Aufl. 2018 (20. März 2018)