Was ist Vitamin D und wofür wird es benötigt?
Vitamin D ist für unsere Gesundheit unverzichtbar. Zu seinen wichtigsten Funktionen gehören der Erhalt gesunder Knochen und die Unterstützung eines normal funktionierenden Immunsystems.
Nach Angaben der Spanischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin steht dieses Vitamin in direktem Zusammenhang mit starken Knochen, da es die Calciumaufnahme im Darm erhöht. Darüber hinaus spielt es auch für die Muskel-, Nerven- und Immunfunktion eine wichtige Rolle.
Trotz seiner Bedeutung bleibt Vitamin-D-Mangel ein Grund zur Sorge, da ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen ist.
Einige dieser Informationen waren Ihnen vielleicht bereits bekannt. Doch wussten Sie, dass Vitalpilze zu den besten natürlichen Vitamin-D-Quellen gehören? Wir erklären Ihnen, warum.
ARTEN VON VITAMIN D
Zunächst ist es wichtig, zwischen zwei grundlegenden Formen von Vitamin D zu unterscheiden. Beide müssen in der Leber und den Nieren umgewandelt werden, um biologisch aktiv zu sein.
Ergocalciferol (D2)
Diese Form stammt überwiegend aus nicht tierischen Quellen, insbesondere aus Pilzen. Sie wird über Lebensmittel aufgenommen, die Vitamin D2 enthalten, beispielsweise Vitalpilze. Dazu zählen insbesondere Nahrungsergänzungsmittel auf Pilzbasis, die als Pulver oder Extrakt erhältlich sind.
Cholecalciferol (D3)
Im Gegensatz zu Vitamin D2 wird diese Form nach der Einwirkung von UV-Strahlung in der Haut gebildet. Sie kann jedoch auch über die Ernährung aufgenommen werden, hauptsächlich durch Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Vitamin-D-reiche Lebensmittel
Verschiedenen Veröffentlichungen zufolge enthalten nur wenige natürliche Lebensmittel das sogenannte Sonnenvitamin. Dazu gehören insbesondere fettreiche Fische wie Lachs, Thunfisch und Makrele, aber auch einige Gemüsesorten und – aufgepasst – Pilze.
Studien mit aus Pilzen gewonnenem Vitamin D2 haben in klinischen Untersuchungen bei gesunden Personen, die im Winter einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen, einen Anstieg des 25(OH)D-Spiegels – der zirkulierenden Form von Vitamin D – gezeigt. Nach zwei Wochen war der 25(OH)D-Serumspiegel in der Gruppe, die Vitamin D aus Pilzen zu sich genommen hatte, signifikant höher als in der Placebogruppe.

Quelle: Cardwell, G.; Bornman, J.F.; James, A.P.; Black, L.J. A Review of Mushrooms as a Potential Source of Dietary Vitamin D. Nutrients 2018, 10, 1498.
Obst, Gemüse und Vitalpilze
Angesichts der genannten Studie und der vorherigen Grafik besteht kein Zweifel mehr: Vitalpilze sind eine gute Vitamin-D-Quelle. Zu den in dieser Hinsicht besonders hervorzuhebenden Arten gehören unter anderem Maitake und Pleurotus ostreatus. Sie enthalten Vitamine der B-Gruppe sowie die Vitamine C und E und darüber hinaus Vorstufen von Vitamin D.
Qualität von Vitamin-D-Quellen
Pilze können eine außergewöhnlich gute Vitamin-D-Quelle sein, wenn sie nachhaltig und mithilfe nicht invasiver Verfahren angebaut werden, strenge Anforderungen an die ökologische Produktion und Zertifizierung erfüllen und ausreichend Sonnenlicht erhalten. Genau wie wir benötigen sie UV-Strahlung, um dieses Vitamin richtig zu synthetisieren.
Die Forschungsgruppe um Lee (Lee G. et al., 2009) untersuchte die ernährungsphysiologischen und therapeutischen Unterschiede zwischen Shiitake, die mit beziehungsweise ohne UV-Strahlung kultiviert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Shiitake, die unter optimalen UV-Bedingungen angebaut wurden, signifikant höhere Vitamin-D-Werte und einen höheren Calciumgehalt aufwiesen als Shiitake aus Innenkulturen.
So lässt sich der Vitamin-D-Spiegel schnell erhöhen
Schätzungen zufolge stammen 80 bis 90 % der Vitamin-D-Reserven unseres Körpers aus der Sonneneinstrahlung. In unseren Breitengraden könnte es ausreichen, Gesicht und Arme täglich für etwa 5 bis 15 Minuten der Sonne auszusetzen – vorzugsweise um die Mittagszeit –, um die körpereigene Vitamin-D-Bildung zu unterstützen.
Dabei handelt es sich jedoch nur um einen allgemeinen Richtwert. Neben Breitengrad und Tageszeit können auch Faktoren wie Luftverschmutzung und Bewölkung die Vitamin-D-Synthese beeinflussen.
Symptome eines Vitamin-D-Mangels
Wie bereits erwähnt, sollte das sogenannte Sonnenvitamin genau genommen als Prohormon betrachtet werden. Es wird in einen Metaboliten umgewandelt, der wie ein Steroidhormon wirkt und für die Aufrechterhaltung der Skelett-Homöostase unerlässlich ist, indem er den Calcium- und Phosphatspiegel reguliert (DeLuca et al., 1990).
Aus diesem Grund spielt Vitamin D eine zentrale Rolle bei der Mineralisierung des Skeletts und damit bei der Erhaltung gesunder Knochen während des gesamten Lebens.
KNOCHEN UND IMMUNSYSTEM
Rachitis und Knochenerweichung gehören zu den Folgen eines Vitamin-D-Mangels. Niedrige Vitamin-D-Werte im Blut wurden jedoch auch mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Krebs sowie weitere Erkrankungen des Nervensystems, beispielsweise Depressionen.
Zahlreiche Studien weisen auf antiproliferative und proapoptotische sowie sogar antimetastatische Eigenschaften bei Krebserkrankungen wie Brust- oder Nierenkrebs hin.
Dieses potenzielle antitumorale Wirkungsspektrum hat klinisches Interesse geweckt. Aufgrund seines starken Einflusses auf den Calciumhaushalt findet Vitamin D in diesem Zusammenhang jedoch keine therapeutische Anwendung. Die direkte Verabreichung supraphysiologischer Dosen kann eine Hyperkalzämie auslösen.
Dennoch sind weitere Studien erforderlich, um eindeutige Zusammenhänge zwischen Vitamin D und der Entstehung bestimmter Erkrankungen festzustellen.
Das Sonnenvitamin
Die Synthese von Vitamin D3 erfolgt mehrere Stunden nach der Sonnenexposition. Bei anhaltender Sonneneinstrahlung werden die Vitamin-D-Spiegel durch die Bildung von Melanin reguliert, dem wichtigsten konkurrierenden Faktor bei der Vitamin-D3-Synthese.
Auf diese Weise kann unser Körper eine übermäßige Produktion während längerer Sonnenexposition regulieren.
Die Gesundheit unseres Körpers hängt von einem ausgewogenen Umgang mit Sonnenlicht ab. Eine übermäßige und ungeschützte Sonnenexposition kann das Erbgut schädigen und dadurch krebserregende Prozesse auslösen. Gleichzeitig kann eine stärkere Pigmentierung die Produktion von Vitamin D3 um das bis zu 50-Fache verringern (Clements et al., 1992).
Ein vollständiger Schutz hingegen verhindert, dass UV-Strahlung die Dermis erreicht, und hemmt damit vollständig den wichtigsten Syntheseweg von Vitamin D, einem Hormon, dem antitumorale Eigenschaften zugeschrieben werden.

Vitamin D: häufig gestellte Fragen
1. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Vitamin D und COVID-19?
Bereits vor dem Auftreten von SARS-CoV-2 wurde untersucht, welche Rolle Vitamin D bei der Reaktion des Körpers auf Viren und Bakterien spielt. Im Zuge der Pandemie hat die Zahl der Studien zu diesem Thema deutlich zugenommen.
In jüngerer Zeit wurde insbesondere die mögliche entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D im Zusammenhang mit Influenzaviren hervorgehoben. Zudem wurden einige Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit COVID-19 ausgesprochen.
Unabhängig von diesen neueren Erkenntnissen zum Immunsystem wird ein Vitamin-D-Mangel auch mit Rachitis bei Kindern und Osteomalazie, also einer Erweichung der Knochen, bei Erwachsenen in Verbindung gebracht.
2. Warum wird Vitamin D als Prohormon bezeichnet?
Vitamin D wird nach der Einwirkung von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Anschließend wird seine Struktur in der Leber und den Nieren verändert, sodass die aktive Hormonform entsteht.
Ausreichende Vitamin-D-Werte, Unterversorgung und Mangel
- Ausreichende Werte: 25(OH)D-Konzentrationen im Blut zwischen 30 und 70 ng/ml.
- Unterversorgung: Werte unter 20 ng/ml.
- Mangel: Werte unter 10 ng/ml.
Folgen einer Vitamin-D-Unterversorgung
Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung kann die Entstehung von Osteopenie und Osteoporose begünstigen. Beide gehen mit einer fortschreitenden Abnahme der Knochenmasse einher.
Folgen eines lang anhaltenden Vitamin-D-Mangels
Ein lang anhaltender Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern im Wachstum Rachitis und bei Erwachsenen Osteomalazie verursachen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Knochenschmerzen, insbesondere im Becken, in der Wirbelsäule und in den Rippen.
Lebensmittel mit einem bedeutenden Vitamin-D-Gehalt
- Lachs
- Makrele
- Sardinen aus der Dose
- Thunfisch
- Eier
- Mit Vitamin D angereicherte Milch
- Pilze
Wie hoch ist die empfohlene Mindestzufuhr an Vitamin D?
- Bei Personen unter 18 Jahren: 600 IE pro Tag.
- Bei Erwachsenen ab 18 Jahren: 800 IE pro Tag.
Mögliche Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels
- Knochenschmerzen
- Knochenverformungen, insbesondere im Brustkorb
- Niedrige Calcium- oder Phosphatwerte im Blut
- Osteoporose und Knochenbrüche
Zusammenfassend …
- Trotz der vielen Sonnenstunden in unserem Land zeigt eine aktuelle Studie, dass 75 % der Bevölkerung niedrige Vitamin-D-Werte aufweisen könnten. Bei jungen Menschen steigt dieser Anteil sogar auf 80 %.
- Vitamin D steht in engem Zusammenhang mit der Funktion des Immunsystems, dem psychischen Wohlbefinden, der Knochengesundheit und dem Auftreten bestimmter Virusinfektionen.
- Ausreichende Vitamin-D-Werte tragen dazu bei, die normale Funktion des Immunsystems zu unterstützen, fördern das Wachstum und die Entwicklung der Knochen und helfen, das psychische Gleichgewicht zu bewahren.
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Referenzen
- La insuficiencia de vitamina D es una epidemia mundial, que afecta a más de la mitad de la población
- Déficit de vitamina D
- https://ods.od.nih.gov/pdf/factsheets/VitaminD-DatosEnEspanol.pdf
- https://medlineplus.gov/spanish/vitaminddeficiency.html
- https://portal.guiasalud.es/wp-content/uploads/2021/07/pa_10_avalia-t_vitamina-d-1.pdf
- https://www.semfyc.es/grupos/nutricion-y-vitamina-d/
- Cardwell, G.; Bornman, J.F.; James, A.P.; Black, L.J. A Review of Mushrooms as a Potential Source of Dietary Vitamin D. Nutrients 2018, 10, 1498. https://doi.org/10.3390/nu10101498
- European Journal of Clinical Nutrition (2011) 65, 965-971; doi:10.1038/ejcn.2011.53.